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Wie funktioniert das
gesunde Herz und der Blutkreislauf beim Hund?
Das Herz pumpt mit seiner
linken Kammer das Blut durch die arteriellen Blutgefässe des großen
(systemischen) Kreislaufs zu den Blutkapillaren der Körperperipherie. Über die
Venen gelangt es zurück zur rechten Vorkammer des Herzens und wird dann von der
rechten Kammer aus in den kleinen (Lungen-) Kreislauf gepumpt und wieder, mit
Sauerstoff angereichert, der linken Vorkammer des Herzens zugeleitet. Das Herz
hat die Aufgabe, das periphere Gewebe mit einer adäquaten Menge an Blut zu
versorgen. Dadurch wird die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, die
Entfernung von Kohlendioxid und anderen Stoffwechselprodukten, die Verteilung
von Hormonen und anderen Botenstoffen, eine adäquate Thermoregulation und eine
adäquate Harnproduktion gewährleistet.

Das gesunde Herz hat eine drei-
bis fünffache Funktionsreserve. Diese geht bei einer Herzerkrankung verloren
und resultiert in einer mangelhaften Funktion. Kompensatorische Mechanismen um
die Funktion aufrechtzuerhalten sind z.B. eine erhöhte Herzfrequenz, eine Erhöhung
des peripheren Widerstands, die Zunahme des Blutvolumens, eine Herzdilatation
oder /und eine Hypertrophie des Herzens.

Aorten- bzw.
Pulmonalstenose
Darunter versteht man Veränderungen
der Klappen der rechten oder linken Herzkammer. Je nach Grad der Einengung ist
eine vermehrte Pumparbeit des Herzmuskels erforderlich. Dies führt zu einer
Dickenzunahme der Herzwand, je nach Sitz der Stenose zur Rechts- oder
Linkshypertrophie mit den entsprechenden Anzeichen einer Herzinsuffizienz.
Die häufigste, angeborene Herzerkrankung ist die Aortenstenose
(Aortenklappe = Klappe an der Hauptschlagader; Stenose = Verengung). Durch die
Verengung der Klappe kommt es zu einem verminderten Blutausstoß.
Die Verengung der
Pulmonalklappe (Pulmonalstenose) ist eine angeborene Klappenerkrankung,
die oft kombiniert mit anderen angeborenen Herzdefekten auftritt.
Lediglich die Anlage zur
Stenose der Klappe gilt als angeboren. Die Stenose entwickelt sich im ersten
Lebensjahr.
Symptome und Diagnose
Dem Züchter bzw. Besitzer
des betroffenen Hundes fallen folgende Anzeichen auf: geringe Leistungsfähigkeit,
Belastungsintoleranz, fehlende Ausdauer, schnelle Ermüdung, Kurzatmigkeit,
Atemnot, gelegentlich Hinterhandschwäche, Umfallen oder Rhytmusstörungen bis
hin zum Kollaps.
Vor allem Tiere mit hochgradigen Stenosen haben in der Regel eine wesentlich
reduzierte Lebenserwartung. Viele sterben plötzlich im Alter von wenigen Tagen
bis einigen Wochen noch beim Züchter.
Klinisch fallen manche Tiere erst nach einigen Jahren auf, indem sie
Belastungsintoleranz, Umfallen bei Belastung und mitunter Bauchwassersucht
aufweisen.
Im Röntgenbild stellt sich das
Herz im fortgeschrittenen Stadium stark vergrößert dar.
Durch eine Herzultraschalluntersuchung ist eine eindeutige Diagnose möglich.
Behandlung
Eine Ursächliche Behandlung
ist normalerweise nicht möglich, durch eine Therapie der Symptome lässt sich
eine gewisse Verbesserung der Lebensqualität des Hundes erreichen. In vielen Fällen
zeigen die betroffenen Tiere aufgrund der Stauungserscheinungen in der Lunge
Symptome vergleichbar einer Lungenentzündung. Entsprechende Therapieerfolge
bleiben aber in der Regel erfolglos.
Therapiemöglichkeiten bestehen
in der Verminderung der Belastung, der kontrollierten Gabe von Betablockern und
der Klappenaufdehnung.

Mitralklappendysplasie
bzw. Trikuspidalklappendysplasie
Fehlanlagen und Missbildungen
der Klappen, die Vorhöfe und Kammern links und rechts des Herzens trennen,
werden als Mitralklappendysplasie bzw. Trikuspidalklappendysplasie
bezeichnet. Neben hörbaren Herzgeräuschen werden Belastungsintoleranz, Husten,
schnelle Rhytmusstörungen mit Schwäche, Wasser in der Lunge oder
Bauchwassersucht festgestellt. Die Therapie ist in der Regel symptomatisch. In
seltenen Fällen ist eine Besserung durch Klappenaufdehnung möglich.
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