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Entstehung
und Erscheinungsbild
In
der Embryonalphase des Welpen bildet sich die Haut und wächst auf der
Mittellinie (von der Nasenspitze bis zur Schwanzspitze) zusammen. Bei diesem
Defekt wächst die Haut auf der Nase nur locker zusammen und fällt dann wie ein
Tal ein...über diesem Tal wächst sie wieder zusammen.
Man kann es auch als ein geringes Versagen bezeichnen, da sich
die sogenannten Falten nicht zusammenfügen. So wird der Tunnel oder auch das
Röhrchen geformt, der hinter der Nasenspitze mit einem Loch endet. Dieser Tunnel oder
dieses Röhrchen beinhaltet Haarteilchen, Öl- und
Schweißdrüsen. In diesem Röhrchen verbleiben abgestorbene Hautzellen, sowie lose
Härchen und Öl- und Schweißabsonderungen. Anfangs kann man die
Talgablagerungen zumeist noch aus dem vorhandenen Loch herausdrücken. Zumeist
tritt aber eine sehr schlimme
Infektion am Dermoid Sinus auf, was zur Folge hat, das dieser nach Abklingen der eitrigen Infektion
durch eine vorangegangene Antibiotische Behandlung nur durch eine sehr aufwendige und
schwierige Operation von einem erfahrenen Tierarzt entfernt werden kann und muss,
da die Entzündung auch den Knochen angreift.

Dies ist eine sehr vereinfachte Zeichnung des
Nasal Dermoid im
Querschnitt.
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Wir danken nun der Besitzerin
vielmals für das zur Verfügung gestellte Info- und Fotomaterial!
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Hier die Abbildung
eines an "Nasal Dermoid Sinus" erkrankten Miniature Bullterriers
vor der Operation
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Hier direkt nach der
Operation, nachdem die Sinusröhre entfernt wurde
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Hier einige
Wochen nach der Operation
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Dermoid
Sinus und wie er vererbt wird
Der
Dermoid Sinus (D.S.), vergleichbar mit anderen vererbbaren Krankheiten oder Konditionen, wird verursacht durch eine Mutation von
einem oder mehreren von den 50.000 Genen die jedes Paar von den 39 Chromosomen
der einzelnen Hundezellen beinhaltet. Wenn erst mal eine Mutation innerhalb eines
Genes auftrat, ist es bestehend für immer und kann nicht mehr umgepolt werden.
Das Tier, das als "Carrier" der Mutation funktioniert, wird diese Kondition an
einige seiner Nachzuchten weiterleiten, folglich sind die Konsequenzen der
Mutation vererbbar.
Mehr als 350 vererbbare Krankheiten wurden bislang in Hunden entdeckt, wobei
man nur bei 175 der 350 Krankheiten mit Genauigkeit sagen kann, wie sie sich
vererben. Von diesen, 85%, wie wir wissen, werden durch eine einzelne Gen
Mutation verursacht, weitere 70% sind eine einzelne Rezessive Mutation und 15%
sind eine einzelne Dominante Mutation. Noch weitere 10% geben komplexe Muster
von Vererbbarkeit die auf der Basis einer einzelnen oder einfachen Gen Mutation
nicht erklärt werden können - diese polygenische Konditionen sind das Ergebnis
von einer Mutation von mehr als einem Gen. Es ist nicht bekannt in welche
Kategorie der D.S. fällt, obwohl zahlreich bekannt gewordene Meinungen über die
Jahre hinweg ausgesprochen wurden. Die erste Hürde besteht darin, auf genaue Art
und Weise festzustellen, wie der Dermoid Sinus vererbt wird, danach kann die
Suche nach dem mutanten Gen beginnen.
Mutante Gene zu identifizieren ist als ob man die berühmte Nadel im Heuhaufen
sucht und Wissenschaftler versuchen sich schon mal auf verschiedenen Wegen um an
ihr Ziel zu gelangen. Glücklicherweise schreitet die Wissenschaft in der
Molekularen Genetik mit rasantem Schritt voran und mit jedem Fortschritt kommen
wir der Nadel in diesem metaphorischen Heuhaufen immer näher. Ist das mutante
Gen erst mal identifiziert, kann ein relativ einfacher Test das Vorhanden- oder
Nichtvorhanden sein in dem individuellen Tier bestimmen. Der Test basiert auf
einer kleinen präparierten DNA Gewebeprobe (entweder aus Blut, oder Zellen, die
aus dem Innenraum des Maules abgeschabt wurden) vom Hund. Folglich haben wir
eine DNA Testmethode, welche herausfinden kann, ob der individuelle Hund
Anlageträger ist - in unserer Situation Träger von D.S..
Der D.S. ist ein dünnes fadengleiches Röhrchen oder Tunnel, komplett mit
Haaren und verwandten Drüsen, welches mit der äußersten Hautschicht von der
Nasenspitze bis hin zur
Wirbelsäule verankert ist, oder mit den Muskeln oder Gewebe unterhalb der Haut
und öffnet sich an der Hautoberfläche wie ein Trichter. Der Dermoid Sinus kann
von der Nackengegend bis zum Rutenansatz auftauchen...so beim Rhodesian
Ridgeback....beim Bullterrier scheint der Defekt wohl eher über der Nasenspitze
aufzutreten. Der D.S. kann in jedem Tier auftreten, übrigens auch bei uns Menschen. Dies würde
man dann einen "Pilonidial Sinus"nennen.
Da der D.S. eine congenitale Kondition ist, also angeboren, wird er auch
später nicht einfach so "verschwinden".
Zur
Eliminierung des Problems sollte mit den betroffenen Hunden nicht gezüchtet
werden. Ich bin auch der Meinung, dass spätestens beim Auftreten solcher Fälle
innerhalb derselben Linie auch Eltern und Geschwister von betroffenen Hunden
nicht mehr zur Zucht verwendet werden sollten!
Kleines
Medizinisches Wörterbuch
Allele:
Alternativformen eines Genes.
Carrier:
Anlageträger, ein Hund, der ein rezessives Allel trägt, das durch ein
dominantes Allel in seiner Wirkung unterdrückt wird.
Chromosom:
Teile im Zellkern von fadenähnlicher Struktur, auf denen sich die Gene befinden
- chromosomal.
Congenital:
Bei Geburt vorhanden, angeboren.
Dermoid: /auch
dermoidal/ besteht aus Hautelementen und speziel Ectodermale (äußerste
Schicht) Ableitung.
Diploid:
Anzahl der Chromosomen einer Tierart (im Hund 78).
DNA: Molekül
als Träger der Erbinformation - auch genannt deoxyribonucleic acid.
Dominant:
Ein Allel, das wenn es einfach vorhanden ist, in Erscheinung tritt und andere
Allele desselben Gens in der Wirkung überdeckt.
Ectoderm:
1:
die äußerste von den drei primären Keimschichten des Embryos 2: ein
Gewebe (wie neurales Gewebe) abgeleitet von "ectoderm" - ec-to-der-mal.
Gen:
Erbinformation, Einheit der Vererbung , bestehend aus DNA.
Habloid:
Anzahl der Chromosomenpaare (im Hund 39).
Heterozygot:
Ein Hund, der zwei verschiedene Varianten eines Genes besitzt.
Homozygot:
Ein Hund, der dasselbe Allel eines Genes doppelt besitzt.
Locus:
/Plural
loci/ Genort, die Stelle auf dem Chromosom, an der sich ein Gen befindet.
Mutation:
ein relativ konstanter Wechsel im vererbbaren Material; beinhaltet entweder einen
Physikalischen Wechsel in den Chromosomen oder einen Biochemischen Wechsel in
dem Material aus dem die Gene bestehen. auch der Produktionsprogress
einer Mutation.
Polygen:
eine Gruppe von mehreren nichtallelen Genen die die Vererbarkeit kontrollieren.
- poygenic: von, im Zusammenhang, oder das Ergebnis von Polygen: Multifactorial
"eine ~ Störung / Erkrankung"
Rezessiv:
Ein
Merkmal, das nur dann auftritt, wenn es doppelt als Allel vorhanden ist.
Sinus:
n:
mit einem Loch oder "Öffnung" am Körper: wie
a: ein länglicher
verlängerter Trakt beginnend an einem Punkt mit einer Öffnung für den
Austritt von Eiter und Absonderungen.

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